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Das Oxymoron?

Oxymoron Begriffserklärung

Der Begriff „Oxymoron“ (gr. oxys „scharf” und moros „dumm”) gehört zum Bereich der rhetorischen Mittel. Es geht um das Zusammenstellen zweier Begriffe, die im Gegensatz bzw. im Widerspruch zueinander stehen.

Arten von Oxymora

Das Oxymoron ist die Verbindung zweier sich ausschließender Begriffe.

Das Oxymoron ist die Verbindung zweier sich ausschließender Begriffe.

Das Oxymoron kann stilistisch unterschiedlich dargestellt werden, vom Kompositum zweier Begriffe zu einem Wort („Hassliebe”), über die Zusammenstellung zweier im Gegensatz zueinander stehender Begriffe („virtuelle Realität”) bis hin zum Oxymoron in ganzen Sätzen bzw. Versen („Drinnen saßen stehend Leute schweigend ins Gespräch vertieft.”).

  • Stummer Schrei
  • ehemalige Zukunft
  • offenes Geheimnis
  • schwarzer Schimmel

Funktion

Das Oxymoron kann auf verschiedene Weise entstehen. Unachtsamkeit durch schnelles, unüberlegtes Sprechen kann derartige Wortgebilde zustande kommen lassen („Ausnahmeregel”). Vor allem wird das Oxymoron oft in der Lyrik eingesetzt, da der Dichter so die schriftliche Darstellung eines unrealistischen Sachverhalts oder Gegenstands ermöglichen kann ( „schwarze Milch”).

Tautologie, Pleonasmus und Hendiadyoin

Die Darstellung einer Übertreibung durch stilistisches Hervorheben eines Sachverhalts oder einer Idee kann auch durch ein Stilmittel erfolgen, das als Gegenteil des Oxymoron gilt und kann ebenso auf verschiedene Weise realisiert werden. Zum einen besteht die Möglichkeit, entweder zweimal oder öfter denselben Begriff zu wiederholen und zum anderen können Synonyme zusammengefügt werden, die letztendlich den gleichen Sachverhalt darstellen. Es gibt drei verschiedene Stilmittel für die Zusammenfügung zwei ähnlicher bzw. gleicher Ausdrücke, die im Folgenden erläutert werden.

Bei gegenseitiger Verstärkung zweier Synonyme unterscheidet man zwei verschiedene rhetorische Mittel: Tautologie und Pleonasmus.

Erfolgt eine Kombination aus zwei Synonymen der gleichen Wortart, so wird dies als Tautologie bezeichnet:

  • Sturm und Drang
  • hegen und pflegen
  • stillschweigend

Sind die Wortarten der Zusammenfügung unterschiedlich, dann lautet das dazu entsprechende Stilmittel Pleonasmus:

  • weißer Schimmel
  • alter Greis
  • kleiner Zwerg

Hendiadyoin ist die Bezeichnung für das Stilmittel, wenn zwei Begriffe nebeneinander gestellt werden, um so einen übergeordneten Sachverhalt zu erzeugen, ohne gegenseitige Verstärkung:

  • Saus und Braus
  • Schloss und Riegel
  • Rat und Tat

 

Wie die Beispiele deutlich zu erkennen geben, ist es oftmals schwierig, eine Trennung der drei Stilmittel vorzunehmen, da es um Nuancen im Bereich der Semantik geht. Pleonasmus und Tautologie werden daher oft fälschlicherweise als umfassender Begriff für die drei zuletzt genannten Mittel verwendet.